Tragen im Winter

Gerade sind wir ja mit einem wunderschönen goldenen Herbst (#oktobersommer) gesegnet und momentan kann man es sich kaum vorstellen, aber bald kommt sie: die kalte Jahreszeit. Dann sind so manche Trageeltern vor neue Herausforderungen gestellt. 
Was ziehe ich meinem Kind an? 
Was ziehe ich mir an und was ist der Unterschied zwischen Tragecover und Tragejacke? 

 

Da viele Trageeltern aus Unsicherheit dann oft vom Tragen ablassen und  in den kalten Monaten vorwiegend auf den Kinderwagen umsteigen, möchte ich mit diesem Artikel einige grundlegende Informationen zum Tragen im Herbst und Winter geben und euch zeigen, dass ihr und euer Kind nicht auf das Tragen verzichten müsst! :-)

Vorab der lieben DSGVO zu Liebe: Dieser Artikel enthält Werbung aufgrund der Produktnennung. Alle Artikel habe ich selbst bezahlt und ausgiebig getestet. Dabei besteht keine profitbasierte Kooperation zwischen den Geschäften und meiner Tätigkeit hier. Die meisten Artikel gibt es auch über den Onlineversand, da es mir aber wichtig ist, Geschäfte vor Ort zu unterstützen und um den Eltern den Einkauf zu erleichtern, hier die Läden von denen meine Trageausstattung stammt:
NOLA Kids Innsbruck
Popolini Innsbruck
Billeka in Ims (Oder Onlineversand)

1. Kleidung für unsere Traglinge

Als erste Bekleidungsschicht schwöre ich seit langem auf Merinowolle oder Wolle-Seide Textilien. (links ein Merinowolleeinteiler vom Popolini in Innsbruck, rechts Body und Hose aus Wolle-Seide von Engel)

Für ganz außen und vorwiegend für Traglinge, die ohne Tragecover oder Tragejacke getragen werden, sind Walkanzüge (hier von Disana) die optimale Lösung.


 

WICHTIG!!! Bitte nicht das Kind im Skianzug oder Daunenjacke tragen! Diese wärmen uns und unsere Kleinsten vor allem durch die Luftschicht zwischen den Daunen - bzw. Wärmekammern. Diese aufgewärmte Luft wird beim Tragen allerdings herausgepresst und dadurch verliert der Anzug seine wärmende Isolierung! 

Trageaccessoires für Babys

 

Trageschuhe: hierbei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und alle teilen sich meist dasselbe Problem: Tragebabys lieben es scheinbar ihre Schuhe und Stiefelchen überall zu verteilen. Und daher bleiben bei so mancher Mama nur mehr einzelne Tragesschuhe im Schuhschrank zurück. Um dies zu verhindern habe ich bei meinem Kleinen zwei Ösen reingeschlagen und eine Schnur durchgefädelt (ähnlich wie bei Handschuhen) :-) Und gerade jetzt bin ich dabei meine eigenen Tragestiefel zu perfektionieren (siehe am Bild) - damit ihr sie auch bald bei mir kaufen könnt!
Prinzipiell wärmt auch hier Wolle die kleinen Füße am besten. Daher empfehle ich Lammfellschuhe, Walkschuhe (von Pickapooh oder Disana) oder als Alternative über dicken Wollsocken oder Lederpuschen die wasserdichten Überzieher von Minymo (zu kaufen bei NOLA Kids).

Trageschal: auch diese gibt es wie Sand am Meer und auch hier schwöre ich auf Merinowolle (den Schalkragen im Bild habe ich bei NOLA Kids ins Innsbruck gekauft). 

 

Mützen: Babys und Mützen sind ein leidiges Thema, denn irgendwie sitzt die Mütze nie dort wo sie sollte ;-)  wie bei den Trageschuhen gilt auch hier: die beste Mütze ist jene, die nicht rutscht und die man nicht verliert. Für Traglinge haben sich daher Schlupfmützen besonders bewährt und diese kleine Zwergenmütze aus Wollfleece von Disana hat meinen Kleinen zwei Winter lange super gewärmt. Gekauft habe ich sie beim Popolino in Innsbruck.

 

Stulpen: Unsere Tragestulpen sind nicht mit auf dem Foto, da sie zu der Zeit gerade in Gebrauch waren. Wir haben ganz einfache noch von Oma gestrickte Stulpen aus Merinowolle für unseren Tragling. Es gibt aber auch zahlreiche, die man kaufen kann - im Winter empfehle ich hier immer Stulpen aus reiner Wolle (entweder gestrickt, oder aus Wollfleece- oder Walkstoffen). 

2.Tragejacke oder doch nicht?

Auch wir Erwachsene wollen angemessen bekleidet sein, denn nicht nur unsere Babys und Kinder frieren leicht, sondern auch wir selbst - ganz besonders frische Mamas, die erst kürzlich ihre innere Bauchwärmflasche zur Welt gebracht haben :-) 

Dabei gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

 

1. Tragen über der eigenen Jacke
dabei
ziehe ich mich so an, wie ich auch ohne Tragling rausgehen würde und binde mir mein Kind über meine Jacke drüber. In diesem Fall empfiehlt sich ein Walkanzug für den Tragling und es gilt zu schauen, ob man die Tragehilfe oder das Tuch auch schön straff ziehen kann (ich hatte beim über der Jacke tragen oft das Gefühl, dass ich nicht eng genug binden konnte). 

Vorteil: gerade bei größeren Traglingen empfiehlt es sich über der eignen Jacke zu binden. Denn diese wollen erfahrungsgemäß nicht Stunden lang getragen werden, sondern benutzen Mama und Papa als Hop-on - Hop-off Bus. Da ist es wesentlich einfacher wenn man den Tragling nicht immer aus der Tragejacke  schälen muss, sondern wenn er bereits optimal für selbständige Erkundungstouren angezogen ist. 

Nachteil: der Temperaturausgleich funktioniert durch die vielen Kleidungsschichten nicht mehr, daher muss man gut aufpassen, dass man sich und die Kleinen auch warm genug anzieht. Bei Temperaturunterschieden (z.B. wenn man draußen spazieren geht und dann ein Haus betritt oder in den beheizten Bus steigt) ist der Tragling und auch der Tragende in seinem Overall bzw. seiner Jacke "gefangen" und um sich auszuziehen muss man das Kind erst rausbinden.

 

2. Tragen unter einer Tragejacke / Cover / Pulli ect.

Dabei zieht man das Tragebaby einfach so an, wie man es bei normalen Raumtemperaturen zuhause anziehen würde. Dann bindet man es um und zieht entweder ein Cover oder eine Tragehilfe über den Tragling. 
Vorteil: Der Wärmeaustausch zwischen den Eltern und dem Kind ist weiterhin gegeben und man spürt das Kind besser. Außerdem kann man beim Betreten von Räumen jederzeit das Cover oder die Jacke öffnen, somit wird dem Kind in einem Laden oder im Bus nicht gleich viel zu warm.

Nachteil: Das Anlegen von Tragejacken ist (vor allem am Rücken), wenn man das Kind öfter rein- und rausbinden möchte, oft etwas mühsam.

 

Tragecover

 

hier ein Beispiel für ein Tragecover von der Firma Mam. Es gibt Cover aus den verschiedensten Materialien (Softshell, Regencover, wattierte Tragecover für den Winter) und man kann sie auch recht einfach selbst nähen. 


Der Vorteil von Tragecovern: die Trageeltern können ihre Jacken weiterverwenden, ohne sie aufrüsten zu müssen und jeder Tragende kann das Cover verwenden. 
Sie sind im Vergleich zu Tragejacken kostengünstiger. 

Der Nachteil von Tragecovern: die Jacke des Tragenden bleibt beim Tragen hierbei meist offen, was dazu führt dass Wind und Kälte zwischen Cover und Jacke durchziehen können. Und auch der Hals der Tragenden ist meist unbedeckt (dieses Problem lässt sich aber leicht mit einem Schal lösen (siehe Link unten). Schwierig ist es außerdem wenn man bereits am Rücken trägt. Dann muss sich der Tragende drunter sehr warm anziehen, da man sich ja keine Jacke mehr über die Schultern schmeißen kann.

Im Bild seht ihr das Cover von der Firma Mai, aber es gibt noch viel mehr Anbieter. Da ich immer gerne kleine lokale Anbieter unterstütze, empfehle ich an dieser Stelle auch die Cover von Larali, einem EinFrauUnternehmen aus Österreich. 

 

Tragejacken, Trageponchos und Tragepullis

Tragejacken gibt es genauso wie Cover aus den verschiedensten Materialien. Vom Strickpulli bis zum Walkmantel ist alles dabei, damit Tragemama oder Papa und ihr kleiner Tragling sich gegenseitig durch den Winter wärmen können.

 

Vorteil von Tragejacken: Sowohl Mama /Papa als auch das Kleine sind kuschelig warm eingekleidet und durch den Temperaturausgleich wärmt man sich gegenseitig. Die gängigen Tragejacken verfügen auch über Schwangereneinsätze, sodass man die Jacke doppelt verwenden kann.
Nachteil von Tragejacken: Sie sind (je nach Ausführung) wesentlich teurer als Cover und gerade warme Wintermäntel kosten oft bis zu 300 Euro. 
Aber man kann sich, wenn man selbst oder  jemand im Verwandten- oder Freundeskreis geübt ist im Nähen, auch selbst eine Tragejacke nähen. Zu den verschiedenen Schnittmustern kommt demnächst noch ein Post von mir :-)

Jackenerweiterungen

 

Viele Eltern wollen oder können sich nicht eine eigene Tragejacke zulegen, sondern entscheiden sich für die weitaus günstigere Variante einer Jackenerweiterung. 
Hierbei kauft man praktisch nur ein Mittelstück, das man zwischen seinen eigenen Jackenreißverschluss einzippt oder sonstwie befestigt.

Es gibt mehrere Anbieter, zwei davon wären Kumla (Bild) oder Cocoome. Bei der Kumla-Variante hilft einem die Homepage Herauszufinden, welchen Reißverschluss die eigene Jacke hat  und daran angepasst wird dann ein Cover genäht. Bei Cocoome erfolgt die Befestigung nicht am Reißverschluss, sondern das Cover wird eingezippt, Daher geht dieses Cover auch gut, wenn man zwischen verschiedenen Jacken wechseln möchte, oder man keinen Reißverschluss bei seiner Jacke hat.

Trageaccessoires

 

Dazu zählen z.B. Schalkrägen für Mama und Kind.
Diese sind sowohl für das Tragen mit Covers angenehm, aber auch um in der Übergangszeit nicht am Hals zu frieren.

Bei der Ausstattung für uns Tragende kann ich mich nur auf Hörensagen von Produktbewertungen verlassen, da ich meine eigene Ausstattung komplett selbst genäht habe - dafür gibt es hierzu in Kürze noch einen eigenen Blogpost. Also Nähmamas: aufgepasst! :-)

ZUsammenfassung

Die wundervolle Anna Matztat von Hillaraffe - Trageberatung & Kurse in und um Pfaffenhofen & Freising hat diese schöne Grafik gestaltet und uns Trageberaterinnen zur Verfügung gestellt.